Wissenschaft im Dialog - Land schafft Wissen

Lust auf Wissenschaft bei Kaffee? Bei den kostenlosen Science Cafés diskutierst du mit Experten und Expertinnen!

In Science Cafés setzen sich Interessierte spielerisch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinander. Kurze Inputs von Expert*innen geben Anstoß für interaktive Auseinandersetzungen – gemeinsam wird reflektiert, diskutiert und philosophiert. Science Cafés fördern den Dialog zwischen Wissenschaft*innen und Bürger*innen, der Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden steht im Vordergrund. An diesen interaktiven Lernorten können sich Interessierte ohne Vorkenntnisse mit Forschungsinhalten vertraut machen.

Schwerpunkt 2026: Im Jahr 2026 liegt ein besonderer Fokus darauf, Science Cafés österreichweit anzubieten und gezielt auch ländliche Regionen einzubeziehen. Dadurch soll Wissenschaft verstärkt außerhalb urbaner Zentren erlebbar gemacht werden. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit regionalen Partner*innen und an vielfältigen Standorten in ganz Österreich.

Die Termine der Science Cafés (Dauer: maximal 2 Stunden):

Anmeldung über die einzelnen Veranstaltungsseiten.

1. Science Café: Kunsthistorische Recherchen im Archiv - über Erkenntnisse und Lücken in Frauenbiografien

Im Science Café wird anhand des Buches Hitlers queere Künstlerin. Stephanie Hollenstein – Malerin und Soldat“ darüber diskutiert, wie wissenschaftliches Arbeiten anschaulich und zugänglich vermittelt werden kann. Im Fokus steht die Frage, wie komplexe Forschungsthemen so „vereinfacht“ werden können, dass sie für viele Menschen verständlich und greifbar werden.

Die Veranstaltung lebt vom aktiven Austausch: In Kleingruppendiskussionen kommen Teilnehmer:innen und Vortragende ins Gespräch. Vorkenntnisse oder das Lesen des Buches sind nicht erforderlich.

Referentin: Nina Schedlmayr studierte Kunstgeschichte in Wien und Hamburg, publizierte in zahlreichen Magazinen (Profil, Parnass, Weltkunst, Eikon, Wiener Zeitung, etc. ) Sie betreibt einen feministischen Kunstblog. Sie kuratierte die Ausstellung im Künstlerhaus „Auf den Schultern von Riesinnen“. Ihr letztes Buch „HITLERS QUEERE KÜNSTLERIN. Stephanie Hollenstein Malerin und Soldat“ erschien im Zsolnay Verlag. 2026 erhielt sie den MAJSTORIN Orden.

Termin und Ort: 14.4., 17:00-19.00 Uhr, Atelier Kunst in Floridsdorf 1210., Wien Brünnerstrasse 34 – 38/4/1a (Schlinger Hof)

2. Science Café: Medien und Demokratie

Welchen Beitrag können lokale bzw. regionale Medien zur Stärkung der liberalen Demokratie leisten? Was können Medien zur Sprachenvielfalt im Burgenland beitragen? Wie groß ist der Einfluss auf die medialen Inhalte in Regionen, wo "jede:r jede:n" kennt?

Dr. Christoph Konrath, Leiter der Abteilung für parlamentswissenschaftliche Grundsatzarbeit, führt in das Thema ein, die anwesenden Personen bringen ihre Erfahrungen ein und diskutieren in einer Runde miteinander. Abschließend sollen in Zweiergesprächen mögliche Lösungsvorschläge besprochen werden, wie man die Medienkompetenz trotz „mancher Hürden“ im Burgenland verbessern kann.    

Referent: Dr. Christoph Konrath, Abteilungsleitung „Parlamentswissenschaftliche Grundsatzarbeit“; unter anderem werden in der Abteilung Grundsatzfragen des Parlamentarismus, Stellungnahmen und Analysen zum Themenbereich Parlamentarismus und Demokratie etc. diskutiert und erforscht.

Termin und Ort: 8.5. 2026, 15:00-17:00 Uhr, Radio MORA-Studio, Spitalstraße 1/5, 7350 Oberpullendorf

3. Science Café: „Jeden Tag gemeinsam Demokratie erneuern“ - Demokratie verteidigen heisst Demokratie weiterentwickeln. 

"Die Verteidigung der Demokratie"titelt der aktuelle Essay der renommierten Politikwissenschafterin Tamara Ehs. Aber welche Demokratie gilt es zu verteidigen? Diese Frage stellt sich Tamara Ehs ebenso, wie die Frage nach den Baustellen, den Defiziten unserer Demokratie und wie wir diese >als Gesellschaft< beheben können. 

Welche sind die gravierendsten Defizite? Politische Bildung die nicht an allen Schulen stattfindet und in den meisten Fällen auch nicht zeitgemäß, Inserate-Korruption und Medien-Vertrauenskrise, Intransparenz & Postenschacher, etc? Wie wirken diese auf die Qualität von politischen Entscheidungen und politische Kultur? Und welche Handlungsfelder gibt es für eine wirksame Weiterentwicklung der Demokratie als Gesellschaft?

Gemeinsam mit Dr.in Tamara Ehs gehen wir diesen Fragen nach, wir vertiefen sie und schauen gemeinsam in Richtung einer resilienten und zukunftsfähigen Demokratie. https://www.tamara-ehs.net/

Referentin: Tamara Ehs ist promovierte Politikwissenschafterin aus Wien. Sie versteht ihre Tätigkeit als demokratische Sorgearbeit: Schutz und Gewährleistung der liberalen rechtstaatlichen Demokratie sind Teil der Daseinsvorsorge. Sie umfasst soziale Teilhabefragen, an denen sich gesellschaftlicher Zusammenhalt, Widerstandkraft gegen Autokratisierung und damit die Möglichkeiten politischer Gestaltung entscheiden.

Termin und Ort: 13.05.2026, 17.30 bis 19.30 Uhr, in AHA Jugendinfo, Poststrasse 1, 6850 Dornbirn

4. Science Café: Mütter und der Gender-Pay-Gap ihrer Kinder

Die Erwerbskarriere von Müttern hat einen Einfluss darauf, wie groß der Gender Pay Gap ihrer Kinder einmal sein wird. Der Gender Pay Gap, zu Deutsch „geschlechtsspezifische Lohnlücke“, bezeichnet den Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst zwischen Frauen und Männern.

Rene Böheim hat genau das erforscht. Er hat sich zum einen angesehen, wie sehr das Einkommen bei österreichischen Frauen auf Grund von Kindern zurückgeht und das international verglichen. Zum andern hat er auch untersucht, wie es sich auf den Gender Pay Gap der Kinder auswirkt, ob Mütter erwerbstätig waren oder nicht. Aber auch regionale Komponenten, ob Kinder eher in einer liberalen oder konservativ geprägten Region aufwachsen, spielen laut Studienergebnissen eine Rolle beim Gender Pay Gap.

Referent: René Böheim. Universitätsassistent am Institut für Volkswirtschaftslehre Linz (seit 2002). Studium an der WU Wien, IHS und Universität Essex (UK). Forschungsaufenthalte u.a. an den Universitäten München, Berkeley und Harvard. Gastprofessuren an der WU Wien und der Universität Graz. Wissenschaftlicher Konsulent am WIFO Wien. Sein Forschungsschwerpunkt ist die empirische Arbeitsmarktforschung, insbes. geschlechtsspezifische Unterschiede. Dazu hat er unter anderem Publikationen zum gender wage gap veröffentlicht. Seine Publikationen sind auf https://scholar.google.com/citations?hl=en&user=NU-OWlMAAAAJ&view_op=list_works&authuser=1&sortby=pubdate gelistet. 

Termin und Ort: 11. Mai 2026; 16:00-18:00 Uhr, Café Figo, Pfarrplatz 3, 4240 Freistadt

5. Science Café: Frauengesundheit ist anders! Wie Gendermedizin Frauen und Männern gut tut.

Die Vortragende zeigt auf wie biologische und soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern die Gesundheit beeinflussen und warum es wichtig ist, diese in der medizinischen Behandlung zu berücksichtigen. Die Veranstaltung soll einen Impuls geben, über die eigene Gesundheit nachzudenken und geschlechtersensible Gesundheitsversorgung praktisch vorstellen.

Referentin: Katharina Hotter ist Klinische- und Gesundheitspsychologin, Pädagogin. Sie hat in Innsbruck studiert und arbeitet nun bei FEM Frauengesundheit in Wien.

Termin und Ort: 10.6.2026, 17.00-19.00 Uhr, USTP City Lounge, Wiener Straße 9, 3100 St. Pölten

6. Science Café: KI als Gefährte

Künstliche Intelligenz begleitet uns inzwischen in vielen Bereichen des Lebens. Doch kann sie wirklich ein „Gefährte“ sein – oder ist das nur ein Bild, das wir nutzen, um etwas Komplexes greifbarer zu machen? In diesem Workshop nähern wir uns dieser Frage mit Neugier, Offenheit und einer gesunden Portion Skepsis.

Referent: Franz Ahamer ist Sprachwissenschaftler, Psychotherapeut, Afrikanist. Ab dem Jahr 1969 beschäftigte er sich mit dem Thema Netzwerkplanung/ Technik, komplexe Abläufe und deren Berechnung waren sein  Interessenschwerpunkt.  Im Bereich Sprachwissenschaft beschäftigt er sich seit 1991 mit neuronalen Netzwerken, vor allem mit der Beschreibung von NetTalk und NETZSPRECH. Intensive Arbeit mit KI betreibt er seit 2023. 2025 erstellte er den Existenzanalytischen Sprachhelfer zur Unterstützung der Analyse therapeutischer Gespräche.

Termin und Ort: 15.6.2026, 18:30-20:30 Uhr, VHS Rudolfsheim-Fünfhaus, Schwendergasse 41, 1150 Wien

7. Science Café: KI zwischen Hype und Realität: Warum kritische KI-Kompetenz wesentlich ist

Der anhaltende Hype um Künstliche Intelligenz (KI) wirft neue Fragen zum Verhältnis zwischen Mensch und Technik auf. In Wirtschaft und Gesellschaft dreht sich momentan sehr viel um die Frage, was wir mit KI machen (sollen). Aber was macht KI eigentlich mit uns Menschen als soziale und politische Wesen? Im Science Café diskutieren wir anhand unterschiedlicher Beispiele, warum KI anders ist als andere Technologien und welche gesellschaftlichen Spannungsfelder damit einher gehen. Wir beschäftigen uns u.a. mit folgenden Fragen: Was kann KI-Technologie leisten und was nicht? Kann sie trotz „Halluzinationen“ neues Wissen erzeugen? Wie authentisch können KI-generierte Inhalte sein? Welche Rolle spielt Bildung und welche neuen Fähigkeiten brauchen wir im Umgang mit KI?

Vortrag und Diskussionsleitung: Dr. Stefan Strauß ist Technikforscher und Senior Academy Scientist am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der promovierte Wirtschaftsinformatiker befasst sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Informatik und Gesellschaft mit der Frage, wie digitale Technologien soziale Praktiken, Grundrechte, Politik und Wertesysteme verändern. Am ITA leitet er u.a. die Forschungsprojekte CAIL und AI.D zum Wandel der Wissensarbeit und neuen Bildungskonzepten im Umgang mit KI.

Termin und Ort: 16.06.2026, 17.00-19.00 Uhr, Bücherei Wieden I 1040, Favoritenstraße 8, Eingang Paulanergasse 1

COMMIT-Projektmitarbeiter*innen:
Andrea Sedlaczek (Projektkoordinatorin, as@commit.at), Tania Napravnik, Helmut Peissl

Kooperationspartner*innen: Kunst in Floridsdorf, VHS Rudolfsheim-Fünfhaus, IG Demokratie/Radio Proton, Radio MORA, Campus & City Radio St. Pölten, Freies Radio Freistadt, Stadt Wien Büchereien

Projektlaufzeit: 1.1.2026 - 31.12.2026 (12 Monat)

 Gefördert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung; https://erwachsenenbildung.at/

                         

(c) Verena Hochleitner