Alle reden über Medienkompetenz. Wer übernimmt Verantwortung?

Online-Seminar, 19.-21. April 2021

Beginn: Montag, 19. April, 14.00 Uhr
Ende: Mittwoch, 21. April, 11.30 Uhr

Es laden ein
Gerhild Schutti (bifeb)
Helmut Peissl (COMMIT)

Inhaltliche Einführung und Moderation
Jeffrey Wimmer (Universität Augsburg)

Expert:innen
Alton Grizzle (UNESCO, Paris), Maria Donde (OFCOM/EPRA, London), Martina Chapmann (Media Literacy Ireland, Dublin), Elaine King (near tv, Dublin), Isabelle Courtney (Bibliothekarin, Training and development subgroup of MLI), Martin Ritter (Thüringer Landesmedienanstalt) u.a. sowie Vertreter:innen von Medienbildungsinstitutionen in Österreich


Bedarf für Bündelung von MIL-Initiativen und -Aktivitäten in Österreich

Der Ruf nach mehr Medien- und Informationskompetenz kommt nicht nur aus Fachkreisen, sondern auch von europäischen und internationalen Organisationen. Gefordert ist die Medien- und Bildungspolitik, insbesondere aber auch die Erwachsenenbildung.
Media & Information Literacy (MIL) Netzwerke in Belgien, Irland, Norwegen, dem Vereinigten Königreich und anderen Ländern tragen wesentlich dazu bei, Interessengruppen zu verbinden, das Bewusstsein für den Bedarf von entsprechenden Bildungsangeboten zu stärken und deren Präsenz zu erhöhen.
Die Vielzahl an Medienkompetenz-Konzepten und Aktivitäten sollen in diesem Seminar sichtbar gemacht, diskutiert und mit Ideen bereichert werden. Wenn Sie für die weitere Förderung von Medienkompetenz Verantwortung übernehmen wollen, sind Sie hier richtig, denn dieses Seminar bietet Ihnen Gelegenheit für internationalen Austausch und Policy-Learning: Sie lernen das MIL-Konzept der UNESCO, das Konzept der Critical Media Literacy sowie Erfahrungen und Strategien von nationalen MIL-Netzwerken kennen und erarbeiten gemeinsam Grundlagen zur Etablierung eines MIL-Netzwerkes in Österreich.

Das Media & Information Literacy (MIL) Konzept der UNESCO beschäftigt sich mit der zentralen Rolle von Informationen und Medien in demokratischen Gesellschaften: Als Produzent:innen und Nutzer:innen von Informationen und Medieninhalten sollen Bürger:innen dazu befähigt werden, die Funktion von Informationen und Medien zu verstehen, deren Inhalte kritisch zu bewerten und entsprechend informierte Entscheidungen zu treffen.

Das Konzept der Critical Media Literacy (CML) nach Douglas Kellner u.a. geht von der Erkenntnis aus, dass Medienverhältnisse immer auch politische Machtverhältnisse repräsentieren. Eine zeitgemäße Vermittlung von Medienkompetenz muss sich folglich auch mit zentralen Aspekten gesellschaftlicher Benachteiligung und der Rolle der Medien auseinandersetzen. Die intersektionale Perspektive veranschaulicht, dass sich Formen der Unterdrückung und Benachteiligung nicht einfach aneinanderreihen lassen, sondern in ihren Verschränkungen und Wechselwirkungen Bedeutung bekommen. CML steht somit auch für eine bestimmte Haltung: in einer mediatisierten und datafizierten Gesellschaft muss sich Bildungsarbeit bewusst und kontinuierlich mit der politischen Rolle von Medien auseinandersetzen.

Die europäische Plattform der Regulierungsbehörden (EPRA) hat in den vergangenen Jahren in den Europarat-Ländern die Gründung nationaler MIL-Netzwerke forciert und die Vernetzung von Bildungsakteur:innen, Medienverantwortlichen und anderen Stakeholdern angeregt. Dazu wurde eine eigene Taskforce eingerichtet, die Erfahrungen aus nationalen MIL-Netzwerken bündelt und den thematischen Austausch zwischen den Europarat-Ländern stärkt. Eine neue, erweiterte Plattform soll nun auch Expert:innen außerhalb der Regulierungsbehörden strukturell in diese Arbeit einbinden.

Arbeitssprachen
Inputs und Diskussionen des Seminars erfolgen in deutscher und englischer Sprache. Der Nachmittag des 19.4. und der Vormittag des 20.4. finden überwiegend in Englisch statt.

Die Veranstaltung wird über die Konferenzplattform ZOOM angeboten.


Programm

Montag 19. April

14.00 – 14.30 Uhr Begrüßung, Vorstellung des Ablaufs, Vorstellung der Teilnehmer:innen, Einführung Netzwerkidee

14.30 – 15.30 Uhr Keynote 1: Alton Grizzle (UNESCO, Paris): Background and Requirements of the Unesco MIL Concept, Fragen und Diskussion

16.00 – 16.30 Uhr Presentation: Jeffrey Wimmer (University of Augsburg): Critical Media Literacy in Times of Disinformation

16.30 – 17.30 Uhr Keynote 2: Maria Donde (EPRA/OFCOM): Media Regulators Efforts in Supporting National MIL-Networks, Fragen und Diskussion

17.30 – 17.45 Uhr Zusammenfassung des Tages

19.00 Uhr Get together (auf Wonder.me)


Dienstag 20. April

9.00 – 9.15 Uhr Begrüßung – Rückblick auf 1. Tag

9.15 – 10.15 Uhr Vortrag und Diskussion: Blick über die Grenzen 1: Deutschland
Martin Ritter (Thüringer Landesmedienanstalt) über Medienkompetenz als Schlüsselherausforderung für Bildungs- und Medienpolitik.

10.45 – 12.15 Uhr Vortrag und Diskussion: Blick über die Grenzen 2: Irland
Martina Chapman (Expertin bei Media Literacy Ireland - MLI ), Isabelle Courtney (Bibliothekarin, Training and development subgroup of MLI), Elaine King (near tv, steering committee MLI)

Mittagspause

13.30 – 14.30 Uhr Media & Information Literacy in Österreich – Kurzvorstellungen von Teilnetzwerken, Akteur:innen und Initiativen

14.45 – 15.30 Uhr Gruppenarbeit 1: Defizite/Best Practices in der MIL-Vermittlung und Umsetzung

15.45 – 16.30 Uhr Gruppenarbeit 2: Wünsche und Ansprüche an ein MIL-Netzwerk in Österreich? Was braucht es für ein erfolgreiches Wirken?

16.30 – 17.00 Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen und Zusammenfassung des Tages
 

Mittwoch 21. April

10.00 – 11.30 Uhr Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von nächsten Schritten für die Einrichtung eines MIL-Netzwerkes in Österreich: Wer sind potenzielle Partner:innen und Mitglieder? Welche Ressourcen benötigen wir dazu? Wer übernimmt die Koordination? Wie kann/soll das Vorhaben finanziert werden?
 

Download (PDF): Einladung | Invitation

Weitere Informationen und Anmeldung:
Simon Olipitz (COMMIT)
Mail: so@commit.at
Tel.: +43 699 10 95 7171

Hier geht's zur ANMELDUNG über unser Online-Formular. Wenn Sie nur an einzelnen Tagen bzw. Halbtagen teilnehmen können bitten wir um entsprechende Angabe in den Anmerkungen. Die Veranstaltung ist kostenlos, der Link zum Online-Raum folgt nach Anmeldung per E-Mail.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem bifeb - Bundesinstitut für Erwachsenenbildung.