Wen(n) Algorithmen diskriminieren: Social Justice in Zeiten der Datafizierung

von 11. - 13. November 2019 in St. Wolfgang

Inhalte & Ziele
Die zunehmende gesellschaftliche Rolle von Datenanalyse, Algorithmen und Automatisierung wirft neue Fragen bzgl. Menschenrechte, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit auf. Davon betroffen sind auch Strukturen und Praktiken von Diskriminierung auf allen gesellschaftlichen Ebenen. In diesem Workshop wollen wir untersuchen, wie sich durch die Erfassung und Verarbeitung von Daten in nahezu jedem Bereich unseres Alltags Diskriminierung fortschreibt und verstärkt. Können Algorithmen diskriminieren und wenn ja, wie? Was bedeutet soziale Gerechtigkeit in der Datengesellschaft?

Den analytischen und handlungstheoretischen Rahmen des Workshops bildet der Social-Justice-Ansatz (www.social-justice.eu), der auf die gleichberechtigte Teilhabe und den gleichberechtigten Zugang von Menschen zu allen gesellschaftlichen Ressourcen abzielt. Social-Justice-Trainings befähigen Menschen, möglichst diskriminierungs-arm miteinander umzugehen und Diskriminierungen in ihrer Umgebung abzubauen. Methodisch berücksichtigt der Ansatz verschiedene Ebenen von Privilegierungen und Diskriminierungen sowie deren Zusammenspiel. Dabei setzt er auf Selbstreflexion und Dialog als Instrumente der Verständigung mit sich und anderen. Ausgehend von unseren jeweiligen gesellschaftlichen Positionierungen reflektieren wir zum einen unsere alltägliche Involviertheit in Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Zum anderen beschäftigen wir uns damit, wie diese Verhältnisse institutionell und kulturell gestützt werden. Es geht darum, eine gemeinsame Grundlage zu erarbeiten und darauf aufbauend individuelle Handlungsoptionen gegen Diskriminierung zu entwickeln und wie diese auch in die Bildungspraxis einfließen können.

Ausgehend von diesen Überlegungen werden wir uns auf neue Fragestellungen der Datengesellschaft konzentrieren. Vor welche Herausforderungen stellen uns beispielweise die zunehmende Kategorisierung und Überwachung von Menschen durch Datenanalyse, und der datenorientierte Umbau von Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung? Müssen neue Praktiken und Strukturen entworfen werden, um soziale Gerechtigkeit im Kontext allgegenwärtiger Datenerfassung zu schaffen?
Der Ablauf des Workshops gestaltet sich prozessorientiert anhand der konkreten Anliegen und Fragestellungen, die die Teilnehmenden einbringen. Wir begrüßen eine konstruktiv-kritische und wertschätzende Seminaratmosphäre.

Referenten
Dirk Eilers (Theaterpädagoge und Social-Justice-Trainer),
Arne Hintz (Medienwissenschaftler, Co-Direktor des Data Justice Lab an der Universität Cardiff)

Wir wenden uns an
Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen

Termin
Montag, 11. Nov. 2019: 14:00 – 18:00, 19:00 – 20:30
Dienstag, 12. Nov. 2019: 9:00 – 12:30, 14:00 – 18:00
Mittwoch, 13. Nov. 2019: 9:00 – 12:30

Teilnahmebeitrag
für Mitglieder von COMMIT: € 66,- (inkl. 10% Ust, inkl. Mittagsessen am 2.WS-Tag) für Nichtmitglieder: € 120,-.

Kontakt
Simon Olipitz (COMMIT): so@commit.at / Tel.: +43699 10 95 7171

Anmeldung
hier geht's zur ANMELDUNG für COMMIT-Mitglieder, Nicht-Mitglieder bitten wir um Anmeldung übers bifeb

Bezüglich der Zimmerreservierung ersuchen wir die TeilnehmerInnen um direkte Buchung im bifeb: http://www.bifeb.at/service-2/zimmerreservierung/