Medien und Demokratie im Wandel

Kritische Medienkompetenz als Bildungspraxis gegen Filterblasen, Hate Speech und "Fake News", am 30. & 31. Oktober 2018 in St. Wolfgang

Die aktuelle Diskussion um die politischen Folgen von „Fake-News“, die personifizierte Anzeige von Suchergebnissen oder die Auswirkungen von Hass im Netz verdeutlicht eindringlich, dass die Fähigkeit zu einem kompetenten und kritischen Umgang mit Medien in unserer Gesellschaft immer relevanter wird. Medien durchdringen fast alle Bereiche des Alltags und bestimmen mehr und mehr unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit und damit auch die Grundlagen unseres Verständnisses von Demokratie. Wie spielen Medien und Gesellschaftswandel zusammen und was heißt das für die kritische Bildungspraxis in der Erwachsenenbildung oder die Zusammenarbeit mit Community Medien?

Der Soziologe Hartmut Rosa diagnostiziert technische wie soziale Beschleunigung als den entscheidenden Wandlungsprozess unserer Epoche. Diese führt zu einer rasanten Veränderung von Werten, Lebensstilen und Beziehungen und dazugehörigen (Kultur-)Technologien mit vielerlei positiven wie auch negativen Folgen. Bernhard Pörksen spricht von der großen Gereiztheit in der Gesellschaft aufgrund der Verdichtung von Kommunikation, schwindender Glaubwürdigkeit und nicht nachvollziehbarer Algorithmen gesteuerter Auswahl. Die wachsende Verantwortung der Individuen für die Zusammenstellung und Einordnung ihrer eigenen Medienrepertoires erfordert nach Pörksen den Übergang zu einer redaktionellen Gesellschaft und damit große bildungspolitische Anstrengungen.


Themenschwerpunkte

Einführung und Diskussion der Befunde von Hartmut Rosa und Bernhard Pörksen

Perspektive 1: Medienkompetenzvermittlung aus Sicht der Mediengestalter_innen
Kurzinputs und Diskussion (1. Tag: 19.30 – 21.00)

  • Gerlinde Hinterleitner, ist seit 1991 bei der Tageszeitung derStandard.at und Gründerin des „Online-Standard“, seit Juni 2009 ist sie Geschäftsführerin derStandard.at GmbH.
  • Konrad Mitschka, Mitarbeiter der ORF-Generaldirektion und Redakteur des Public Value Berichts des ORF
  • Barbara Eppensteiner, war Leiterin des Medienzentrums von wienXtra und als Programmintendantin an der Konzeption und dem Aufbau des Wiener Community Fernsehsenders Okto beteiligt, bei dem sie bis heute tätig ist.

Perspektive 2: Konzepte kritischer und digitaler Kompetenzen in der Erwachsenenbildung
Kurzinputs und Diskussion (2. Tag: 9.00 – 11.00)

  • Birgit Aschemann, Psychologin und Bildungswissenschafterin, ist bei CONEDU zuständig für den Arbeitsbereich "Digitale Professionalisierung".
  • Gaby Filzmoser, Geschäftsführerin der ARGE Bildungshäuser Österreich, Bildungsmanagerin
  • Katharina Kaiser-Müller, Medienpädagogin (Saferinternet, Medienimpulse u. a.)

Aussicht: Konzepte (weiter)entwickeln und in die eigene Bildungsarbeit einbauen.

Referent
Jeffrey Wimmer, ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Augsburg seine Arbeitsschwerpunkte umfassen unter anderem: Öffentlichkeit und Partizipation, Mediatisierung und Medienwandel, Digitale Spiele und Virtuelle Welten.

Wir wenden uns an 
MitarbeiterInnen und TrainerInnen aus dem nichtkommerziellen Rundfunk und der Erwachsenenbildung sowie andere Interessierte

Termin und Ort 
Dienstag, 30. Oktober, 14.00 - 18.00 und 19.30 - 21.00
Mittwoch, 31. Oktober, 9.00 - 12.30 und 14.00 - 16.00 im Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) (Bürglstein 1 – 7, 5360 St. Wolfgang)

Teilnahmebeitrag
für Mitglieder von COMMIT: € 66,- (inkl. 10% Ust, inkl. Mittagsessen am 2.WS-Tag)
für Nichtmitglieder: € 130,-

Information und Anmeldung
Simon Olipitz (COMMIT) so@commit.at / Tel.: 0699 10 95 7171
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Für Nicht-Mitglieder ANMELDUNG direkt über das bifeb.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem bifeb - Bundesinstitut für Erwachsenenbildung