Aufdeckungsjournalismus

Veranstaltungsreihe im März 2019 in Wien

Veranstaltungsreihe im Republikanischen Club – Neues Österreich, Eingang Restaurant Hebenstreit, 1010 Wien, www.repclub.at

Freitag, 15. März 2019, 19 Uhr: Georg TIDL
Georg TIDL war jahrelang Journalist in innenpolitischen Sendungen und Bürger- bzw. Konsumentensendungen des ORF. Eineinhalb Jahre vor der Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten begann er schon mit den Recherchen zu dessen Vergangenheit. Obwohl diese Vergangenheit einen Medien-Tsunamie auslöste, ist es Georg Tidl nicht gelungen wichtige Tatsachen an die breite Öffentlichkeit zu bringen, z.B. dass Waldheim zumindest einmal unter SS-Kommando gekämpft hat und dass der Hauptinformant nicht aus der „Linkslinken Szene“ stammte oder bei den "Juden der Ostküste" zu suchen gewesen wäre, sondern im Oberösterreichischen Kameradschaftsbund. Selbst sein Buch, in dem minutiös alles aufgelistet und beschrieben ist, wurde von den Medien ignoriert. Eine Meinung auf die sich die Leit-Medien geeinigt haben, wurde zum Dogma und damit offensichtlich irreversibel. Moderation: Univ. Prof. Fritz HAUSJELL (angefragt)

Montag, 25. März 2019, 19 Uhr: Burkhart LIST
Burkhart LIST hat in Österreich und Deutschland in verschiedenen Printmedien immer wieder Stories veröffentlicht, die innenpolitisch, aber auch außenpolitisch für großes Aufsehen sorgten: GHN 45 Kanonen (Noricum-Skandal), CDU-Spendenskandal, Nazi-Seilschaft im Bundesheer, CIA-Schule in Panama, terroristische Naziorganisationen in Deutschland etc. Auch List wird über seine ganz speziellen Methoden der Recherche berichten. Neben der klassischen Recherche verwendet er die sog. Rollenrecherche (ähnlich wie Günther Wallraff), bedient sich aber auch Whistleblower. List hat außerdem eine eigene Verifikationsmethode entwickelt, um Fehler auszuschließen. Sein jüngstes Buch Die Affäre Deutsch ist das Ergebnis dieses methodischen Vorgehens. Es ist die Krönung seiner journalistischen Arbeit, wie er sagt. Moderation: Georg TIDL.

Dienstag, 26. März 2019, 19 Uhr: Helmut BRANDSTÄTTER
Helmut BRANDSTÄTTER arbeitete jahrelang in unterschiedlichen Print- und elektronischen Medien in Österreich und Deutschland in höchsten Positionen.  Zurzeit ist er Herausgeber vom "KURIER". Es gibt Befürchtungen, dass sich in Zukunft professioneller Qualitäts-Journalismus gegen Zufallsjournalismus und social media schwer durchsetzen wird. Qualitäts-Journalismus muss aber als Korrektiv in der Demokratie, als  public watch dog erhalten bleiben. Das Vorgehen Trumps gegen CNN Jim Acosta, auch wenn es wieder zurückgenommen wurde, darf nicht Schule machen. Das gilt für Print genauso wie für elektronische Medien. Wie muss ein unabhängiger ORF aussehen? Welche Form der Medienförderung brauchen wir? Moderation: Georg TIDL

Weitere Informationen unter: www.repclub.at/veranstaltungen